Wenn der „Coitus interruptus“ schief geht: „Pille danach“ seit 5 Jahren rezeptfrei erhältlich

**Die "Pille danach" ist seit fünf Jahren rezeptfrei erhältlich - Gesundheitsminister Alois Stöger zog gestern im Rahmen einer Podiumsdiskussion eine positive Bilanz: "Trotz der großen Widerstände vor Abschaffung der Rezeptpflicht, war es ein richtiger Schritt. Keine der Befürchtungen ist eingetreten. Die 'Pille danach' wird nicht, wie von einigen GegnerInnen behauptet, wie ein Hustenzuckerl eingeworfen, sondern die ÖsterreicherInnen gehen verantwortungsvoll damit um."

Credit: Sanova

Frauen in einer Notsituation soll rasche geholfen werden, der leichte Zugang zur „Pille danach“ gebe ihnen auch mehr Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper. „Es darf keine zeitlichen und psychologischen Hürden geben, Dass sich das Konzept der rezeptfreien Abgabe der ‚Pille danach‘ in den Apotheken bewährt, konnte in den vergangenen fünf Jahren belegt werden“, so Stöger.

Mangelhaftes Wissen über Verhütung

In einer Umfrage von meinungsraum.at geben 43 Prozent der Befragten an, dass sie in den letzten fünf Jahren einen Verhütungsunfall hatten, bei dem das Risiko einer Schwangerschaft bestand. Besonders junge Frauen im Alter von 18 bis 29 sind mit über 50 Prozent häufiger von einer Verhütungspanne betroffen als die Gruppe der 40 bis 49jährigen (31 Prozent).

„Noch nie gab es so viele hochwirksame Verhütungsmethoden und trotzdem werden in Österreich noch immer geschätzte 30.000 ungewollte Schwangerschaften abgebrochen. Der Grund dafür sind moderne Mythen: Überall wird propagiert, Hormone seien schlecht. Dadurch greifen Frauen immer häufiger auf weniger wirksame Methoden zurück“, weiß DDr. Christian Fiala, im Vorstand der Europäischen Fachgesellschaft für Notfallverhütung.

Gynäkologin Dr. Doris Linsberger weiß ähnliches aus ihrer Praxis zu berichten: „‚Coitus interruptus‘ und ‚Tage zählen‘ ist weiter verbreitet als man glauben möchte. Wenn dann etwas schiefgeht, ist die Scheu noch immer groß, auf die ‚Pille danach‘ zu setzen, weil es sich noch nicht herumgesprochen hat, dass es sich dabei um ein wirksames Verhütungsmittel handelt.“

Dringenden Handlungsbedarf sieht auch DDr. Barbara Maier, Präsidentin der Österr. Gesellschaft für Familienplanung: „Besonders für sehr junge Frauen sind ungewollte Schwangerschaften ein echtes Problem. Hier müssen so wie in vielen anderen Ländern die Zugänge zu kostenfreien Verhütungsmitteln geschaffen werden. Das sollte sich ein reiches Land wie Österreich leisten können.“

 

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