About us

>> Gosensual ist eine Online-Welt, die sich seriös und professionell mit den Themenkomplexen Erotik & Sexualität auseinandersetzt. Denn unserer Meinung nach beginnt der Abbau von Problemen und Fragen bei der Verbalisierung, und nicht bei einer weiteren Tabuisierung oder auch Zensur. Wir wagen daher den Blick über den Tellerrand eng definierter Grenzen von Sexualität und laden in eine wunderbare Welt ein: Sex voller Erotik, Intimität und Sinnlichkeit, lustvoll und ausgleichend. Schönheit und Körper, abseits der einengenden Ideale, das Kennenlernen einer Bandbreite von Möglichkeiten.<< Anja Herberth / Herausgeberin

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Wir sind in unserer Sexualität so frei wie noch nie zuvor: Erlaubt ist, was Spaß macht – und niemanden schädigt. Es obliegt unserer ganz persönlichen Lebensgestaltung: Wir entscheiden selbst, was wir unter einem guten, sexuellen Leben verstehen. Unterschiedliche Wünsche, Vorstellungen, Bedürfnisse, Hoffnungen, aber auch Ängste sind damit verknüpft: Liebe und Sinnlichkeit, Lust und Zärtlichkeit, das Öffnen in einer Partnerschaft, Vertrauen schenken. Eine Bandbreite an Möglichkeiten kann aber auch überfordern; und es stellt sich die Frage, wo und wie man seine erotischen Träume in sicherer Umgebung ausprobieren bzw. mehr über die zahlreichen Spielarten der menschlichen Sexualität erfahren kann.

Daraus entstehen neue Konzepte, wie etwa die Schwelle7 Wien mit ihrer Kink Academy. Der Bestseller „Shades of Grey“ stellte den Büchermarkt auf den Kopf und zeigte die Potentiale auf, die in erotischer Literatur stecken. Und damit ist nicht nur die wirtschaftliche Seite gemeint – der „mummy porn“ heizte den Schlafzimmern rund um den Globus so richtig ein: Entstaubte die US-amerikanische Serie „Sex and the City“ den Vibrator, machte die Trilogie Lust auf SM-Praktiken.

Gleichzeitig findet eine Reizüberflutung durch das Internet, Medien und der Werbung statt: Ob Schuhe, Autos, Limonade, Dämmstoffe oder Ziegelsteine, das Marketing lässt sich allzuoft auf die simple (Wunsch-) Feststellung “Sex sells” reduzieren. Pornografie ist zwar so alt wie die Menschheit selbst, aber noch nie hatten wir so freien Zugang zu dieser Vielzahl an Pornos und sexuellen Darstellungen.

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Filme sind oftmals auch die ersten Bewegtbilder von Sex, die Kinder und Jugendliche sehen, lange bevor sie selbst praktische Erfahrungen sammeln. Über die Auswirkungen dieser Informationsbeschaffung von Jugendlichen sind sich Sexualwissenschaftler nicht einig: Werden sie durch Untersuchungen immer wieder relativiert, spricht der deutsche Sexualpsychologe Christoph Joseph Ahlers in einem „Zeit“-Interview allerdings von einem „weltweiten Feldversuch ohne Ethikkommission.“ Sexualpädagogen und -therapeuten haben zur Zeit jedenfalls einiges zu tun, wie das etwa das Interview mit Kerstin Pirker aufzeigt. Probleme macht aber nicht die Tatsache, dass wir Pornos konsumieren. Das haben wir Menschen immer schon – es gibt tausende Jahre alte pornografische Darstellungen. Es ist vor allem die Sprachlosigkeit zu Sexualität und Erotik in unserer Gesellschaft, die ein Ungleichgewicht erzeugt. Und auch wenn der Konsum vielleicht auch aus Angst vor Stigmatisierung nicht zugegeben wird: Pornografie ist ein weltweites Massenphänomen. Erotische Darstellungen haben und hatten dadurch einen enormen Einfluss auf die Entwicklung von Medientechnologien. Abseits der Porno-Mainstream-Drehbücher etabliert sich weiters seit einigen Jahren eine Alternativ-Bewegung, die eine viel entspanntere und lustvollere Sexualität kommuniziert. Frauen beginnen mehr und mehr, Teil einer weiteren sexuellen Revolution zu sein: Sie werden nicht nur sexuell aktiver und selbstbewusster – sie werden auch nach und nach Teil der bis dato männlich dominierten Sexindustrie und sorgen damit für eine Bandbreite, die auch das weibliche Publikum anspricht.

Bevormundung, Vorwand – oder Schutz?

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Die US-amerikanische Autorin und Regisseurin Annie Sprinkle bringt es auf den Punkt: „Die Antwort auf schlechten Porno ist nicht kein Porno, sondern bessere Pornos.“ Die sogenannten Porno-Blocker planen nun, „unsere Kinder“ vor dem Einfluss pornografischer Inhalte schützen wollen; anstatt ihnen die Medien- und Sexualkompetenz zukommen zu lassen, die sie zu selbstbewussten Menschen mit sexueller Grundkompetenz entwickelt. Vermutlich wird bereits intensiv an alternativen Vertriebswegen gearbeitet, und das Hacken dieser Porno-Blocker wird zu einem neuen Volkssport mutieren. Denn Pornografie über Gesetze zu verbieten, wird dem Erfolg der Alkohol-Prohibition der USA in den 20er und 30er Jahren um nichts nachstehen. Bekanntlich förderten die Gesetze, die eigentlich Kriminalität reduzieren wollten, die organisierte Kriminalität erst so richtig. Aber was wird durch diese Internet-Filter eigentlich noch so alles geblockt (zB Aufklärungsseiten); und ist es der Beginn der Online-Zensur, verpackt in ein Thema, das viele Menschen zustimmen lässt?

Dieses Beispiel zeigt auf: EU-Richtlinien, Bundes- und Landesgesetze haben einen enormen Einfluss auf uns. Durch Zensur-Versuche, Richtlinien zu Kinderpornografie oder auch gesetzliche Regelungen zu Homosexualität, Transsexualität oder Sexarbeit wird intensiv in die Intimsphäre oder auch Selbstbestimmung der Menschen eingegriffen. Nicht immer mit Erfolg, nicht selten wird über das Ziel geschossen oder auch das Gegenteil erreicht. Dazu müssen wir nicht bis nach Russland blicken; auch in unseren Breitengraden sind beispielsweise die Rechte für gleichgeschlechtliche Paare hart erkämpft.

Ein Umstand kommt diesen zum Teil absurden rechtlichen Initiativen durchaus entgegen: Parallel zur Sexualisierung der Gesellschaft, dem sehr offenen Umgang mit Sex in Medien und Werbung lässt die Sprachlosigkeit zur eigenen Erotik und Sexualität ein Ungleichgewicht entstehen. Der Abbau von Problemen und Fragen beginnt jedoch bei der Verbalisierung, und nicht bei einer weiteren Tabuisierung oder auch Zensur.

Körperkult: Der Druck ist enorm

Mit dem Trend zur Sexualisierung sind auch eng definierte Körperideale verbunden, die seitens der Industrie und Medien kommuniziert werden: magere, makellose, rasierte Körper. Körperideale gab es immer schon, sie sind keine heutige Erfindung des Marketings, der Industrie. Die Omnipräsenz dieser Ideale, der mediale (Werbe-) Druck, ist heute aber beispiellos. Der Druck dieses Körperkults lastet auf beiden Geschlechtern gleichermaßen: Enthaarte Körper mit großen Brüsten, ultraschlanken Taillen, muskelbepackte Männer. Es verwundert daher nicht, dass Mädchen wie Burschen bereits in Jugendjahren von einem beängstigenden Anstieg von Essstörungen betroffen sind.

Sex wird immer mehr kommerzialisiert: Wenn Erotik und Attraktivität zu einem Marktwert werden, eng definiert durch Medien und Industrie, empfinden sich Menschen nicht mehr automatisch als schön, attraktiv und begehrenswert. Sie fragen sich: Entspreche ich den Idealen? Bin ich zu dick, zu groß, zu klein, sind meine Brüste groß genug? Und welche Auswirkungen hat diese verzerrte Selbstwahrnehmung auf die Sexualität?

gosensual!

Es gibt also viel zu tun, viel zu berichten. gosensual.at soll eine Online-Welt sein, die den Blick über den Tellerrand eng definierter Grenzen von Sexualität wagt und in eine wunderbare Welt einlädt: Sex als Selbsterfahrung – was erregt mich, weckt meine Lust? Sex voller Erotik, Intimität und Sinnlichkeit, lustvoll und ausgleichend. Schönheit und Körper, abseits der einengenden Ideale, das Kennenlernen einer Bandbreite von Möglichkeiten. Wir thematisieren aber auch die Einflüsse, die etwa die (volks-) wirtschaftliche, technische oder auch rechtliche Sphäre auf unsere Sexualität haben.

Als junges Portal sind auf euer Feedback angewiesen – nur so können wir uns weiterentwickeln. Was gefällt euch, und was geht euch so richtig auf die Nerven? Über welche Themen wollt ihr mehr erfahren, welche Bücher oder Filme hättet ihr gerne rezensiert? Sagt uns eure Meinung: community@gosensual.at

In diesem Sinne: go sensual!

Anja Herberth

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2 Kommentare zu About us

  1. Vavra Norbert // 1. März 2015 um 9:25 // Antworten

    Gratulation! LG Norbert Vavra

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