Ashley Madison: Das Geschäft mit der Liebe

Sexdate-Portal Ashley Madison mit guter Performance 2014 und profitiert vom Wunsch nach außerehelichen Sexkontakten Credit: Shutterstock/Alexei Sergeevich

Der Rubel rollt im Geschäft mit außerehelichen Sex-Dates: Noel Biderman, CEO und Co-Gründer des Online-Portals Ashley Madison, veröffentlichte aktuelle Zahlen aus 2014 mit Details zur wirtschaftlichen Performance des Unternehmens. Die Online-Seite hält sich trotz starker Konkurrenz durch Dating-Apps wie Tinder gut am Markt.

Trotz Konkurrenz gute Performance:

Die kostenlose Date-App Tinder knabbert – wider Erwarten – nicht an den Umsätzen des größten Online-Sexdateportals. Laut den veröffentlichten Steuerdokumenten erwirtschaftet Avid Life Media, zu der Ashley Madison gehört, in 2014 Bruttoeinnahmen in der Höhe von 115 Mio. US-Dollar und damit 45 Prozent mehr als noch 2013 (78 Mio). Seit 2010 haben sich die Einnahmen damit verdreifacht. Pretax Profits, also der Gewinn vor Steuern, gibt Biderman mit 55 Mio Dollar an – laut Analysten damit eine für diese Branche typische Marge.

Ashley Madison wurde 2002 gegründet und gehört Noel Biderman heute nur mehr zu 10 Prozent. Der Rest liegt in den Händen von Investoren aus Kanada, USA und Deutschland. Seit der Gründung waren weltweit bereits 31 Millionen Menschen auf der Suche nach einem Seitensprung, 6,8 Millionen Visits verzeichnete man in den letzten 90 Tagen.

Zum Vergleich: Die App Tinder konnte in den letzten 12 Monaten ein Wachstum von 600 Prozent generieren und hat mittlerweile 30 Millionen registrierte User. Pro Tag werden in dieser Community 1,5 Mrd. potentielle Sex-Partner gecheckt. Das wären dann immerhin 17.000 Paarkonstellationen pro Sekunde.

Das Businessmodell funktioniert 

Biderman erklärt das Wachstum seiner Plattform mit der Servicierung von Zielgruppen, die mit Tinder & Co. nicht abgeholt werden. Nutzer von Ashley Madison sind älter und wohlhabender als User der Gratis-Apps. Diese Kunden wollen und brauchen Diskretion, das Anmelden über einen Facebookaccount ist für verheiratete Männer im Alter zwischen 40 und 50 Jahren keine Option.

Für Umsatz sorgt bei Ashley Madison ganz alleine die männliche Kundschaft, Frauen zahlen nichts. Das ist für das Portal kein Problem, denn mit 99,6 Prozent der Kontaktanfragen liegen Männer sowieso in Führung. Sie zahlen pro Anfrage, ein typischer männlicher User gibt pro Jahr etwa 200 bis 300 US-Dollar aus.

Thematik ein Problem

Das Thema Erotik, und im Fall von Ashley Madison der außereheliche Seitensprung, ist nicht immer erwünscht – auch wenn das prall gefüllte Werbebudget noch so sehr winkt (2014: 34 Mio US-Dollar). Die Seite wurde generell verbannt aus Ländern wie Südkorea und Singapore, die Philippinen überlegen, nachzuziehen. Begründet wird die Ablehnung mit den Argumenten, dass das Unternehmen Ehen ruiniert und Familien zerstört.

Auch die Fluglinie Ryanair lehnte es ab, einen Flieger mit dem Ashley Madison-Logo zu bekleben. Viele TV-Stationen in den USA (zB. ABC) und alle britischen Sender weigerten sich, den TV-Spot des Unternehmens zu senden. Cisco klassifizierte Ashley Madison als „adult site“ und macht es Unternehmen dadurch einfacher, den Online-Zugang für Mitarbeiter zu sperren.

Biderman sieht diese Probleme gelassen. Im Interview mit Forbes meinte er, dass er – verheirateter Vater von zwei Kindern – die Probleme, die Monogamie verursacht, und die Menschen, die sein Service in Anspruch nehmen, versteht. „Ich denke, dass ich in der Lage war, ein Produkt für sie zu entwickeln.“

Mehr dazu lesen: 

www.forbes.com

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