Touch me!

Berührungen sind das Elixier unseres Lebens; Credit: Shutterstock

Berührungen sind das Elixier des Lebens. Wir interagieren durch Berührungen, drücken Emotionen wie Liebe, Dankbarkeit, Ekel, Furcht aus – über die Haut nehmen wir uns selbst und andere wahr. Sie klassifiziert uns aber auch, etwa durch ihre Farbe, und hat nicht selten Einfluss auf unseren sozialen und gesellschaftlichen Status. Eine gesunde Haut mit einer gesunden Farbe wirkt aber auch ansprechend auf uns. Kurzum: Sie ist ein „Kommunikationsorgan“.

So ist der liebevolle körperliche Kontakt zwischen Mutter und Kind ein wichtiger Faktor in der Entwicklung eines Babies. Eine Umarmung kann abseits eines erotischen Vorspiels vieles vermitteln – sie kann uns festhalten; Trost spenden; Freundschaft und Verbundenheit ausdrücken. Sie kann uns Nähe, Vertrauen, emotionalen Halt, Geborgenheit, Liebe und Sicherheit vermitteln, oder auch das Gefühl des Fallengelassen werdens. Manchmal sind wir uns nicht sicher, ob eine Berührung nur freundschaftlich gemeint ist – oder doch mehr bedeutet? Menschen können auf Berührungen auf die unterschiedlichste Art reagieren: Sie können sie annehmen, genießen, zurückgeben, oder auch abwehren, etwa weil sie die Berührung als Einengung empfinden.

Berühren ist Kommunikation

Jenseits von Sex mangelt es an positivem Körperkontakt - Credit: Shutterstock

Jenseits von Sex mangelt es an positivem Körperkontakt – Credit: Shutterstock

Zu oft schränken wir unsere Kommunikationsfähigkeiten durch Berührungen ein: Sie sind heute oftmals mit erotischen Vorstellungen verbunden. Berührungen spielen aber nicht nur beim Geschlechtsverkehr eine große Rolle, jenseits von Sex mangelt es jedoch an positivem Körperkontakt. Wir berühren einander nicht mehr, und vor allem nicht in der Vielfalt, die uns zur Verfügung stehen würde. Darunter leidet unser Gefühl, mit jemandem verbunden zu sein; und das hat Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus. Generell nimmt in unserer leistungsorientierten Gesellschaft das Bedürfnis ab, Bindungen einzugehen, durch die Individualisierung machen wir mittlerweile alles mit uns selbst aus. Wir sind heute so frei wie noch nie zuvor – möglicherweise auch so einsam wie nie zuvor?

Berührungen und inniger Kontakt lassen sich nicht kompensieren, auf lange Sicht gesehen leiden die körperliche Gesundheit und die psychische Stabilität. Laut einer Umfrage eines Partnervermittlungsinstituts vermissen Singles Umarmungen mehr als Sex. Ärzte berichten von Menschen, die sogar krank wurden, um berührt und wahrgenommen zu werden – das Leben findet einen Weg. Es gibt aber auch „Ersatzhandlungen“, die Singles kurzfristig hinweghelfen kann: Wie etwa das Eincremen des eigenen Körpers oder das Massieren lassen. Auch Tiere können Trost in der Einsamkeit spenden und werden nicht selten zum Partnerersatz.

Links:

Kink Academy Wien – Weiterbildung im Bereich Sexualität und Beziehung

‚Sexological Bodywork‘ im Wiener LiebensWert

Body Play von Frank T. und Sheila Crux

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