„Make love not porn“

makelovenotporn.com: Porn World vs. Real World

Pornografie ist heute allgegenwärtig; das Internet gewährt uns jederzeit Zugriff zu frei verfügbaren pornografischen Inhalten. Studien zeigen auf, dass Kids ab 8 Jahre mit Pornografie in Berührung kommen, mit etwa 13 Jahren sind Pornos vor allem bei Burschen bereits Alltag. Pornografie ist kein neues Phänomen, es existieren pornografische Darstellungen, die einige tausend Jahre alt sind. Es ist erotisches Entertainment, das per se keine negativen Konsequenzen hat – wenn mit ihr nicht eine Sprachlosigkeit einhergehen würde.

Cindy Gallop, Credit: mlnp.tv/Kevin Abosch

Cindy Gallop: „Pro-sex. Pro-porn. Pro-knowing the difference.“, Credit: mlnp.tv/Kevin Abosch

Die Auswirkungen dieser Sprachlosigkeit werden unter anderem dank der US-amerikanischen Unternehmerin Cindy Gallop diskutiert, die 2009 die Plattform www.makelovenotporn.com launchte. Sie will Sex und Pornografie einem offenen Dialog zuführen („sozialisieren“) – nicht kritisieren oder werten, sondern eine natürliche und gesunde Betrachtungsweise von Pornografie fördern. Ihr Motto: „Pro-sex. Pro-porn. Pro-knowing the difference.“

Eine der gravierendsten Wirkungen von Pornografie: Sie prägt unser Bild, was ’normal‘ ist, wie Sex auszusehen hat. Für Kinder und Jugendliche ohne praktische Erfahrung sind pornografische Darstellungen die ersten Bewegtbilder, die sie von Sex haben. Pornos sind jedoch Fiktion, hergestellt von einer Industrie mit Businessmodellen, die einer enormen Marktdynamik und wie viele andere Branchen der „collaborative competition“ unterworfen sind. Pornografie ist mittlerweile aber ein wichtiger Teil von Sexualerziehung und -bildung geworden – in Kombination mit der Sprachlosigkeit innerhalb der Gesellschaft zu Sexualität und Erotik, kommt dieser Fiktion eine große Bedeutung zu. Menschen nehmen dieses Bild von Sexualität mit in ihre Partnerschaften und agieren nach Drehbüchern, geschrieben von anderen. „Porn is entertainment“, versucht Cindy Gallop in ihren Vorträgen klarzumachen – nicht mehr, und nicht weniger.

mlnp.com

mlnp.com

Auf ihrer Site makelovenotporn.com geht sie daher auf die Unterschiede ein zwischen „Porn World“ und „Real World“. Denn nicht jede Frau mag Analsex, ist immer wohlrasiert, und liebt es, Sperma zu schlucken. Seit einigen Monaten ist auch ihre user-generated Crowd-Platform makelovenotporn.tv gelauncht, mit der sie reale, private Pornos fördert. Jeder Beta-Tester kann einen eigenen Porno hochladen und wird zu 50% an den Erlösen beteiligt, jeder Film ist für 5 US-$ für drei Wochen uneingeschränkt abrufbar. Diese Videos zeigen Sex aus dem realen Leben, und keine Performance von SexdarstellerInnen. Witzig ist zum Beispiel auch das Video der beiden Pornodarsteller Danny Wylde und Lily LaBeau, die ihren privaten, realen Sex zeigen – abseits der Pornoproduktionen.

Hier gibt’s mehr Infos zum Thema:

Cindy Gallop’s TED Talk
Cindy Gallop’s makelovenotporn.com

makelovenotporn.tv
Cindy Gallop „The future of porn“ @SXSW Interactive 2013

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