Latex: Naturkautschuk in seiner schönsten Form

Credit: mad duck designs

Latex hat in den vergangenen Jahren den Schwenk vom ‚verruchten Material’ in den Mainstream geschafft: MusikerInnen wie Lady Gaga oder Katy Perry sind nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung. Der Mainstream-Musiksektor spielte schon immer gerne mit Tabus und bot gesellschaftliche Reibungsflächen , im Zuge derer auch Bekleidungs-Normen neu verhandelt wurden.

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Durch den Welterfolg „Shades of Grey“ von E.L. James stieg das Interesse an sadomasochistischen Praktiken, ihren Codes – und damit verbundener Fashion. Seine sexuellen Neigungen durch Kleidung nach außen zu tragen, ist heute weniger stark sanktioniert als noch vor Jahren.

Auch auf dem österreichischen Markt widerspiegelte sich diese Entwicklung. Thomas Hrabak, Gründer und Geschäftsführer von mad duck designs, im Interview.

gosensual.at: Du hast dich seit der Gründung von mad duck designs im Feber 2011 auf  die Produktion hochqualitativer Latexbekleidung spezialisiert. Du kommst eigentlich aus der Gastronomie – was waren deine Beweggründe, in dieses Segment einzusteigen?

Ich habe über Freunde den Fetischsektor kennengelernt, darunter auch Simon O., ‚Urgestein’ in der Produktion von Latexbekleidung in Österreich. Simon brauchte gute Leute, bei ihm habe ich das Handwerk gelernt.

Schnitte und Schneidertechniken habe ich im Blut und mir einfach selbst beigebracht. Und so kam es, dass ich im Februar 2011 mein eigenes Unternehmen ‚mad duck designs’ gründete.

gosensual.at: Wie positionierst du dich am Markt?

Credit: mad duck designs

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Bei billigen Latexprodukten wird eine Form in Latex getaucht. Diese Kleidung ist sehr dünn und anfällig auf Risse. Ich bin mit meinem Unternehmen auf die hochwertige Produktion spezialisiert und kaufe das Material von Produzenten in Stoffbahnen, die es mittlerweile in 64 Farben gibt. Dadurch kann ich konstante Materialstärken und ein Höchstmaß an Belastbarkeit gewährleisten. Das Sortiment umfasst modische Latexkleidung in allen Größen, von XS bis XXL, bis hin zur Maßanfertigung. Sehr beliebt sind Latex-Kleider und Catsuits, die ich in allen Farben und Größen anbiete. Seit über einem Jahr habe ich mich in einer Nebenschiene auch auf bizarre Heavy Rubber Latexbekleidung spezialisiert.

gosensual.at: Welche Talente sollte man in dieser Branche außer einem Blick für Figuren und Schnitte mitbringen?

Diskretion ist in diesem Geschäft alles, ohne sie ist kein Geschäft möglich. Es ist beispielsweise ein großer Unterschied, ob man ein Latexkleid für eine Fetischparty bestellt oder Heavy Rubber-Suits. Das sind zwei komplett unterschiedliche Zielgruppen. Gerade im Heavy Rubber-Segment haben Kunden ein großes Bedürfnis nach diskreter Geschäftsabwicklung, weil sie eine Stigmatisierung befürchten.

gosensual.at: Merkst du Veränderungen am Markt – etwa durch Literaturerfolge wie „Shades of Grey“?

Man merkt die Veränderungen auch auf dem österreichischen Markt. Frauen, die vorher nie Latexkleidung trugen, haben plötzlich großes Interesse daran. Es entstehen heute viele kleine Manufakturen, es ist ein reges Kommen und Gehen. Meist sind diese Unternehmen auf Fashion spezialisiert. Ich bin von dieser reinen Fashion-Strategie aber nicht überzeugt und denke, dass dies auch nicht funktionieren wird.

In Latex schwitzt man oder mir ist darin kalt. Das Material ist außerdem nicht Hitze- und UV-beständig, es ist heikel bei Rissen, man muss es regelmäßig pflegen, das Anziehen von Latex-Produkten ist nicht ganz so einfach. Kurzum: Das Material ist nicht alltagstauglich.

gosensual.at: Deine Facebook-Seite ist sehr beliebt – wie hast du das Marketing für mad duck designs aufgebaut?

Ich mache überhaupt keine Werbung, meine Facebook-Seite führe ich selbst und auf Grund der internationalen Ausrichtung ist diese rein in Englisch gehalten. Wichtiger für mein Unternehmen ist die gute Vernetzung und die Arbeit mit Fotografen und Fetisch-Models. Ich bekomme mittlerweile 20-30 Anfragen pro Woche von Models und Fotografen, die mit mir arbeiten wollen. Neben zufriedenen Kunden sind das die Multiplikatoren, die mir geholfen haben, mad duck designs zu kommunizieren.

gosensual.at: Hast du Pläne für die Zukunft?

Zur Zeit bin ich noch ein Ein-Personen-Unternehmen, bei der derzeitigen Auftragslage werde ich das aber nicht mehr lange schaffen.

Latex wurde bereits von den Mayas für die Produktion etwa von Fußüberzügen, Schläufen, Bällen und Gefäßen verwendet. Die Vulkanisation wurde durch einen Zufall von Charles Nelson Goodyear entdeckt – das Gummi, wie wir es heute kennen, wurde dadurch erfunden. Goodyear fertigte übrigens neben Gummihandschuhen und –Zelten auch das erste Kondom aus Gummi, das aber erst nach seinem Tod 1870 als Serienprodukt auf den Markt kam.

Mehr zu mad duck design findest du unter www.madduckdesigns.at oder bei Facebook

Hier gibt’s Pflegetipps für Latexbekleidung

1 Kommentar zu Latex: Naturkautschuk in seiner schönsten Form

  1. Hi,
    netter Beitrag. Aber ich dem nicht ganz zustimmen. Getauchte Latexbekleidung ist nicht immer von schlechter Qualität. Auch hier gibt es Unterschiede. Ebenfalls getauchte Latexkleidung auch ohne Probleme über 1mm Stark sein. Ich gebe aber Recht, dass optisch, zumindest für mich, geklebt schöner ist. Ebenfalls sind leichter Farbvariationen möglich.

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