Petra Joy: Die Pornografin

Petra Joy

Die Wandlung von einer entschiedenen Pornogegnerin in den 80er Jahren zu einer unabhängigen, preisgekrönten Pornoproduzentin und Pionierin, die eine weibliche Sicht der Sexualität zelebriert: Petra Joy hat ihren ungewöhnlichen Werdegang im Buch „Die Pornografin“ niedergeschrieben. Das Selbstportrait einer starken Frau, die auszog, um „Teil einer sexuellen Revolution zu sein, die fest in Frauenhand ist.“

Weibliche Lust und Fantasie

In den 80er Jahren hatte man als Feministin gegen Pornos zu sein – Porno war schlecht. Damals wie heute werden die meisten Pornos von Männern für Männer produziert und stellen daher auch ihre Interpretation von weiblicher Lust und Begierde dar.

Szene aus Petra Joy's "A taste of Joy"

Szene aus Petra Joy’s „A taste of Joy“

Die Bandbreite an Darstellungen ist begrenzt – Petra Joy beschreibt im Buch die Folgen: „Uns auszuschließen, wenn es um Pornos geht, würde nur die männlichen Mythen über unsere Sexualität fortbestehen lassen, was nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer negative Konsequenzen hätte: Pornos, die Frauen auf weit gespreizte „Fotzen“ und Männer auf ewig harte „Schwänze“ reduziert.“ Diese Mythen schränken die Möglichkeiten ein, einander Lust zu bereiten und auf unsere Kosten zu kommen: „Wir brauchen mehr Ausdrucksfreiheit und Abwechslung bei Pornos, kein Ficken wie am Fließband.“

Szene aus "A Taste of Joy"

Szene aus „A Taste of Joy“

Anstatt „still und unsichtbar“ zu bleiben, wählte Petra Joy einen anderen Weg: Sie wollte nicht nur gegen etwas sein, sondern eine Alternative schaffen – und mit ihren Bildern weiblicher Begierde und Fantasie eine Art von Porno entstehen lassen, die die Bandbreite an sexuellem Ausdruck erweitert. In ihren Filmen zeigt Joy authentische, weibliche Lust – keine PornodarstellerInnen, sondern LaiendarstellerInnen, persönlich gecastet.

Der Werdegang als unabhängige Pornoproduzentin führte Petra Joy an ihre Grenzen: Von den Vertriebskanälen der Massenindustrie ignoriert, von den meist männlichen Geschäftsleuten, die die Pornoindustrie vertreten, bekämpft und ohne Investoren ging sie ihren Weg – allen Widerständen zum Trotz.

Fazit: Das Buch schafft einen sehr persönlichen Einblick in die Arbeit von Petra Joy, der durch zahlreiche Fotos aus ihrem Privatarchiv ergänzt wird. Ein Selbstportrait einer starken Frau, die auszog, um die Pornolandschaft zu verändern.

Petra Joy – Die Pornografin 
Female Fantasies – Meine Revolution der Lust
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  1. Pornografie, der große böse Wolf - gosensual - lebe lieber sinnlich

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