Studie zu Frauengesundheit: Nachholbedarf bei Tabuthemen

Eine aktuelle Studie hat erfasst, wie Frauen lieben, verhüten und für ihre Gesundheit vorsorgen. Fazit: Viele Frauen wissen über ihren Körper Bescheid, dennoch gibt es Nachholbedarf.

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Eine aktuelle Studie des österreichischen Pharma-Unternehmens Gynial mit Schwerpunkt Frauengesundheit hat erfasst, wie Frauen lieben, verhüten und für ihre Gesundheit vorsorgen. Befragt wurden 1.000 ÖsterreicherInnen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, also in allen Lebensphasen der Frauen: Von der 1. Periode bis zur Menopause.

Verhüten beim ersten Mal

Junge Mädchen – knapp über zwei Drittel – haben im Schnitt mit 17 Jahren das erste Mal Sex. Je höher der Bildungsgrad, desto später erfolgt der erste Geschlechtsverkehr. Verhüten Jugendliche beim 1. Mal, so sind Kondom (47%) und Pille (35%) besonders beliebt. Auch spannend: Je höher der Bildungsgrad, desto beliebter ist das Kondom. Ganze 13 Prozent verzichteten zur Gänze auf ein Verhütungsmittel beim ersten Mal, und hier ganz besonders die Altersgruppe 50+: Hier gibt jede 5. Frau an, beim ersten Mal nicht verhütet zu haben. Generell scheint sich zu zeigen: Je niedriger der Bildungsgrad, desto niedriger ist auch die Bereitschaft, zu verhüten.

Generell setzen die ÖsterreicherInnen bei der Verhütung auf die Pille – jede 5. Frau verhütet mittlerweile damit. Besonders beliebt ist diese Verhütungsmethode bei den 18- bis 29jährigen, ganze 41 Prozent setzen auf die Hormonpräparate. Was etwas überrascht: 6 Prozent der Frauen verhütet gar nicht, und jede 10. Österreicherin verhütet nicht, weil sie keinen Sex hat.

Verhütung: Kaum Thema in Beziehungen

Nur knapp über ein Fünftel der befragten Frauen und Mädchen bespricht das Thema Verhütung mit ihrem Partner, bei Frauen mit einem Hochschulabschluss wird es immerhin zu knapp einem Drittel innerhalb der Beziehung zum Thema. Fast drei Viertel der Frauen bespricht dieses Thema mit Ärzten, ein Fünftel redet mit der besten Freundin.

Im Zusammenhang mit ärztlicher Betreuung und Vorsorge zeigen sich bedenkliche Zahlen: Die Hälfte der Frauen geht ein Mal im Jahr zur gynäkologischen Routinekontrolle, 18 Prozent sogar zwei Mal jährlich. Aber: Ein Fünftel geht nur unregelmäßig zur Kontrolle, ein Zehntel nur selten und 6 Prozent sogar nie. Bedenklich ist dies bei der Altersgruppe der 18- bis 29jährigen: Hier gehen 13 Prozent nie zur Kontrolle. Auch hier zeigen die Daten: Je höher der Bildungsgrad, desto höher die Wahrscheinlichkeit regelmäßiger Kontrolluntersuchungen.

Schon einmal hinterfragt, warum Kinder im Abstand von einem Jahr zur Welt kommen? Immerhin 22 Prozent verhüten im ersten halben Jahr nach der Geburt gar nicht – und nur 4 Prozent haben keinen Sex in diesem Zeitraum.

Jede 5. kann mit Begriff „Menopause“ nichts anfangen

Generell blicken Österreichs Frauen eher gelassen in Richtung Wechseljahre: Knapp über der Hälfte der Frauen ab 35, die noch nicht im Wechsel sind, lassen die Menopause gelassen auf sich zukommen. Lediglich 9 Prozent sind jedoch besorgt und haben allen voran Angst vor etwaigen Beschwerden. Auch spannend: Jede 5. Frau verbindet mit der Menopause entweder rein gar nichts, oder sie gibt eine falsche Antwort.

Frauen, die bereits in der Menopause sind, berichten rückblickend von anderen Symptomen, als sie gerechnet hätten. So werden allen voran Hitzewallungen und Schweißausbrüche damit verbunden, völlig unterschätzt werden allerdings Gewichtszunahme, Schlafstörungen und Scheibentrockenheit. Knapp jeder 5. Frau im Wechsel nimmt Hormone zur Linderung von Wechselbeschwerden ein, etwa 40 Prozent der Frauen, die noch nicht im Wechsel sind, hat es vor.

Frühere Therapien zielten auf die Einnahme von Östrogen oder kombiniert mit Gestagen ab. Vor allem die kombinierten Therapien zeigten jedoch ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zur Linderung der Wechselbeschwerden wird nun ein anderes weibliches Hormon, das Progesteron, herangezogen. Dieses Hormon sorgt etwa in der Schwangerschaft dafür, dass es den Frauen gut geht. Und es wirkt neuro- und psychoprotektiv, schützt Frauen vor Multipler Sklerose und Morbus Parkinson.

 

Hier geht’s zur Studie: gynial.com

 

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