„Viagra“ für die Frau: Wirkung gering

**Der Wirkstoff Flibanserin hält nicht, was er versprach: Laut einer neuen Meta-Studie ist die Wirkung von Addyi, dem "Pink Viagra" für Frauen, gering - während häufig Nebenwirkungen wie Schwindel und Müdigkeit auftreten. Forscher raten nun, das Medikament weiter zu prüfen und nur in Kombination mit beispielsweise einer Therapie einzusetzen.

"Pink Viagra" hält leider nicht, was es versprach - Credit: Shutterstock/Spektral Design


Der Wirkstoff Flibanserin wurde ursprünglich als Antidepressivum entwickelt, seit einem halben Jahr ist er in den USA als sogenannte Frauen-Lustpille „Pink Viagra“ auf dem Markt. Das Marketing versprach die Stimulierung des sexuellen Verlangens der Frau, indem es die Konzentrationen von Neurotransmittern im Gehirn beeinflusst.

Niederländische und belgische Forscher kamen innerhalb einer Metaanalyse bereits veröffentlichter Daten zum Schluss, dass mit der Einnahme des Medikaments allen voran die unerwünschten Nebenwirkungen zu spüren sind. Dazu gehören vor allem Schwindel, Müdigkeit und Erschöpfung, Schläfrigkeit, Übelkeit, Schlafstörungen und Mundtrockenheit. Durchschnittlich resultierte die Einnahme des Medikaments in nur einer befriedigenden sexuellen Erfahrung mehr innerhalb von zwei Monaten.

Die Forscher kritisierten die FDA, die US-amerikanische Food and Drug Association, dafür, ein Medikament ohne abschließende Sicherheitsbewertung freigegeben zu haben. Sie verlangen nun weiterführenden Untersuchungen und den Einsatz der „Lustpille“ lediglich als Teil einer Behandlung – also die Kombination mit beispielsweise einer Psychotherapie.

Massive Kritik an Flibanserin

Schon vor der Zulassung von Addyi hagelte es Kritik: Der Leistungsdruck sei für beide Geschlechter ohnehin groß genug. Kritiker warnten davor, weibliche Un-Lust als Krankheitsbild zu betrachten, dem mit einer einfachen Pille zu Leibe gerückt wird. Sie mit Hilfe einer Pille zu tunen, wurde als weiteren Versuch betrachtet, Sexualität zu kommerzialisieren.

Während Viagra rein den Blutfluss zu den männlichen Genitalien beeinflusst, wirkt Flibanserin wie ein Antidepressivum – und suggeriert, dass Frauen, die aus den unterschiedlichen Gründen keine sexuelle Erregung spüren oder auch wünschen, an einer psychischen Erkrankung leiden. Selbst der Verband der deutschen Frauenärzte warnte vor der Einnahme von Addyi, es sollte für Frauen mit sexuellen Funktionsstörungen nicht in jedem Fall das Mittel der ersten Wahl sein. „Wenn Beziehungsprobleme zugrunde liegen, Müdigkeit, Erschöpfung oder eine Erkrankung, dann ist es sinnvoll, diese Ursachen aufzuarbeiten“, erklärte Verbandspräsident Christian Albering.

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