4 Oktober 2013
12:23



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15 Jahre Wiener Antidiskriminierungsstelle

by Anja Herberth

Credit: Alexandra Kromus / PID

Zu ihrem 15jährigen Bestehen lud die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) zu einer Fachkonferenz zu den Erfolgen, aber auch Herausforderungen kommunaler Antidiskriminierungspolitik. Die erst kürzlich veröffentlichte EU-weite Studie zur Situation von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen wurde von Morten Kjaerum präsentiert, dem Direktor der European Union Agency for Fundamental Rights.

Diskriminierung und Gewalt

15 Jahre WASt (vlnr.): Wolfgang Wilhem (WASt), Stadträtin Sandra Frauenberger, Morten Kjaerum, Angela Schwarz (WASt); Credit: Alexandra Kromus / PID

Homophobie und Transphobie sind in der EU immer noch an der Tagesordnung: In den letzten fünf Jahren wurden 26 Prozent aller befragten Personen angegriffen oder es wurde ihnen Gewalt angedroht. Transgender-Personen sind davon besonders betroffen, hier erhöht sich die Zahl auf 35 Prozent. Zwei von drei LGBT-Personen unter 18 Jahren aus Österreich gaben an, dass sie es in der Schule verheimlichten, lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender zu sein. Fast 60 Prozent hatten negative Kommentare oder negatives Verhalten in der Schule auf Grund ihrer sexuellen Ausrichtung erlebt. Eine von fünf befragten Personen in der EU und in Österreich, die im Jahr vor der Befragung einen Arbeitsplatz hatte oder auf Jobsuche ware, fühlte sich diskriminiert. Zwei Drittel vermeiden es, mit der gleichgeschlechtlichen PartnerIn in der Öffentlichkeit Hand in Hand zu gehen - aus Angst, deswegen angegriffen zu werden; bei schwulen und bisexuellen Männern erhöht sich diese Zahl auf 75 Prozent.

“Die Ergebnisse zeigten, dass sich ungefähr die Hälfte aller Personen im Jahr vor der Umfrage auf Grund ihrer sexuellen Ausrichtung diskriminiert oder verfolgt fühlte, die Auswertung für Österreich ergab eine ähnliche Zahl. Es ist ganz klar, dass auf regionaler, nationaler und EU-Ebene viel mehr getan werden muss, um die Rechte von LGBT-Personen zu fördern und zu schützen, da sie viel zu oft Angst, Isolation und Diskriminierung erfahren”, so Morten Kjaerum.

Herausforderungen für die Zukunft

“Vor allem die Vorfälle von Diskriminierung in der Schule und am Arbeitsplatz sind ein Auftrag, zu handeln”, so die für Antidiskrimierung zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger, “Die Lehrerinnen und Lehrer brauchen das notwenige Werkzeug, um ein Klima frei von Homo- und Transphobie schaffen zu können. Auch am Arbeitsplatz müssen wir durch Sensibilisierung erreichen, dass Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität der Vergangenheit angehören.

Frauenberger wies auch darauf hin, dass auf Bundesebene punkto Gleichstellung “noch viel zu tun” sei. Sie kritisierte den gesetzlichen Stillstand, Entscheidungen würden auf Höchstgerichte abgewälzt werden.

Links:

Fachkonferenz “Amtliche Buntmachung - 15 Jahre WASt”