Das menschliche Balzverhalten hat sich gewandelt: Laut Marktforschungs-Ergebnissen und Traffic-Analysen der Plattform Singleboersen-Vergleich.at boomt die Internet-PartnerInnensuche in heimischen Gefilden seit dem Jahre 2002 - damals waren erstmalig 100.000 Kontaktanzeigen im Netz. Die Branche hat sich entwickelt: Heute bilden etwa 1,15 Mio Singles, die regelmäßig im Internet surfen, die Kernzielgruppe der Datingplattformen, hinzu kommen noch ca. 25% sogenannte “Interessenten” - insbesondere Männer, die eigentlich in Beziehungen leben, aber einem Sidestep nicht abgeneigt sind.
Österreich im europäischen Mittelfeld
Laut einer Analyse aus dem Jahr 2012 sind etwa 610.000 ÖsterreicherInnen auf Singlebörsen aktiv, weitere 360.000 loggen sich bei “Adult-Dating” Seiten ein (inkludiert Seitensprünge, Swinger, SM und Fetisch). Dazu kommen noch geschätzte 40.000 User von Gay-Dating-Diensten. Jede dritte neue Beziehung entsteht im Internet. Bezieht man diese Zahlen auf “Nutzer pro 1.000 Einwohner”, so liegen wir vor Ländern wie Spanien oder Italien, aber hinter Deutschland, Schweden, UK und der Schweiz. Die Zahl der monatlichen User von Partnervermittlungen im deutschsprachigen Markt liegt bei rund 9 Millionen (D, AUT, CH), hinzu kommen noch ca. halb so viele User von erotischen Datingportalen.
Wenngleich Österreich einen vergleichsweise kleinen Markt darstellt, ist die Konkurrenz im Netz groß: Einige hundert Portale stehen zur Auswahl, die meisten sind Kontaktanzeigen-Marktplätze. Lediglich 12 davon ist es bis dato gelungen, mehr als 100.000 Mitglieder zu gewinnen. Und hier handelt es sich abseits von heimischen Markthirschen wie Love.at oder Websingles.at um Zweigstellen internationaler Dating-Konzerne wie eDarling, Parship, Friendscout24 oder auch C-Date.de.
Die Big-4 auf dem Vormarsch
Der Branchenumsatz in Österreich ist beachtlich: Im Jahr 2011 betrug dieser EUR 16,9 Mio, eine Steigerung gegenüber 2010 von immerhin 11 Prozent. 2012 wuchs der Umsatz auf EUR 17,7 Mio, für 2013 ist laut Pamela Moucha, Pressesprecherin von Singleboersen-Vergleich.at, mit einem weiteren, aber maßvollen Umsatzwachstum von rund 5 bis 7 Prozent zu rechnen. Dafür verantwortlich macht sie das aggressive Werben der Partnervermittlungen eDarling und ElitePartner, aber auch das AdultDating konnte zulegen.
Mit E-Dating (Online & Mobile Dating zusammen) wurden alleine im deutschsprachigen Markt im Jahr 2012 rund EUR 250 Millionen erwirtschaftet.
Österreich liegt beim “Umsatz pro Einwohner in Euro” im guten Mittelfeld, für Vergrößerung daraufklicken - Quelle: Singleboersen-Vergleich.at
Generell lassen sich Singlebörsen-Anbieter in vier Teilbereiche kategorisieren: Das meist frequentierte Segment sind Kontaktanzeigen-Marktplätze für die eigenverantwortliche Suche (zB Love.at, Websingles.at, Badoo.com), gefolgt von Erotik-Datingseiten (zB AdultFriendFinder, C-Date) und Partnervermittlungen (zB eDarling, ElitePartner, Parship). Auf Platz 4 finden sich Nischenanbieter wie Portale für Alleinerziehende, Mollige oder auch Gläubige.
Eine weitere Unterteilung kann in hochpreisige Qualitätsanbieter, und auf der anderen Seite in kostengünstige Flirtportale vorgenommen werden. Die Big-4 eDarling, ElitePartner, Friendscout24 und Parship erzielen mit ihren Angeboten etwa 60 Prozent des gesamten Branchenumsatzes, während die Kontaktanzeigenportale bereits das 4. Jahr in Folge deutliche Rückgänge beim Umsatz zu verzeichnen haben. Österreich ist ein spannender Markt: Der Umsatz pro Einwohner liegt - wie bei der Nutzung - im guten Mittelfeld. Die Nummer 1 des österreichischen Partner-Vermittlungsmarktes ist übrigens Parship.
Mobile Dating
Die mobile Nutzung des Internets hat natürlich auch Auswirkungen auf die Nutzung von Online-Flirtportalen. Die rasante Verbreitung von Smartphones und Tablets hatte keine gravierenden Auswirkungen auf die Grundgesamtheit der User, es ergeben sich aber Parallelnutzungen und Verschiebungen am Markt: Die App-Stores und mobilen Marketingkanäle bringen neue Anbieter mit sich und sorgen für Verschiebungen von Marktanteilen. Des weiteren verändert sich das Dating-Verhalten: Es wird spontaner, neue Möglichkeiten ergeben neue zwischenmenschliche Konventionen und Verhaltensweisen.
Ihre Wurzeln hat dieses sogenannte E-Dating in der Gay-Szene. Die in 192 Ländern erfolgreiche App für die GLBT-Szene heißt GRINDR und finanziert sich über Premium-Dienste sowie Werbeeinnahmen. Im deutschsprachigen Raum hat wiederum PLANETROMEO die Nase vorn. Anders als beim Online-Dating ist (ausgenommen Gay-Dating) das Angebot an mobilen Special-Interest Services - wie etwa für Alleinziehende, behinderte Menschen oder religiöse Singles - noch zu vernachlässigen.
Heute gibt es Apps für die Smartphone Betriebssysteme iOS, Android, Blackberry OS und Windows Mobile - aber auch die Nutzung mittels mobiler Webbrowser ist weit verbreitet. In Österreich nutzen etwa 210.000 Singles Mobile Dating.
Ein nützliches Feature ist der Einbezug von location based services, also des aktuellen Standorts. Zukünftig könnte es auch in Richtung automatisierte Gesichtserkennung gehen, wie die Mobile-Dating-Marktstudie aus 2013 von Singleboersen-Vergleich.at analysiert. Weiters bieten US-amerikanische Anbieter sogenannte Dating (Connection) Cards, die einen Unique Code enthalten und vom Gegenüber wie QR-Codes gescannt werden können.
Auf der Suche nach dem geeigneten Flirtportal? Oder hast du bereits Erfahrungen mit Flirtportalen gemacht? Waren diese eher positiv, negativ, oder hast du hier deine große Liebe entdeckt?
Mehr zu den erwähnten Studien sowie (Vergleichs-) Infos zu den Flirtplattformen in Österreich findest du hier: