Seit 1999 findet jährlich am 20. November in Gedenken an Rita Hester der “Transgender Day of Remembrance” statt. An diesem Tag gedenkt man derer, die durch trans*feindlich motivierte Gewalt ermordet wurden - so wie die afroamerikanische Transgender Rita Hester, die am 28. November 1998 in Allston, Massachussetts, erstochen wurde. Ziel ist es unter anderem, die Öffentlichkeit für Hate Crimes gegen Trans*Personen zu sensibilisieren. Ausgehend von den USA, nehmen heute weltweit etwa 180 Städte an den Mahnwachen teil. Die Zahl der offiziellen Hate Crimes gegen transidente Menschen ist alarmierend: ‘Transgender Europe vermeldete von November 2012 bis heute 238 Morde in 26 Ländern an transidenten Menschen. Insgesamt zählte die Organisation im Zeitraum Januar 2008 bis Oktober 2013 1.374 Morde an transidenten Menschen in 60 Ländern.
Die Dunkelziffer ist vermutlich entsprechend höher: Die Zahl setzt sich aus im Internet recherchierten Fällen sowie Daten von Trans*Organisationen und Aktivisten zusammen. In vielen Ländern (auch in Österreich) werden Hate Crime-Daten jedoch nicht systematisch erfasst, was eine genaue Einschätzung der Situation unmöglich macht. Erst kürzlich gab eine großangelegte europaweite Studie der EU-Grundrechteagentur (FRA) alarmierende Zahlen bekannt: Die große Mehrheit der Lesben, Schwulen, bisexuellen und transidenten Personen (LGBT) hat Erfahrung mit Diskriminierung; mehr als ein Viertel wurde in den vergangenen 5 Jahren Opfer von Gewalt. Davon besonders stark betroffen sind transidente Personen, so der Bericht: knapp unter einem Drittel gab an, im Jahr vor der Umfrage mehr als 3x Opfer von Gewalt oder Gewaltandrohung gewesen zu sein. Parallel dazu stellte man auch fest, dass Fälle von Hassverbrechen und Diskriminierung nur sehr selten gemeldet wurden.
Links:
In Österreich unterstützen seit 2005 die GayCops: Ziel ist es u.a., das Vertrauen in die Polizei zu fördern und Opfer homophober Straftaten zu ermutigen, diese Vorfälle anzuzeigen
LGBT-Studie der EU-Grundrechteagentur (FRA)