Die parlamentarische Bürgerinitiative von “Aktion Leben”, die eine bundesweite anonymisierte Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und die Erforschung der Motive fordert, polarisiert. Christian Fiala vom Gynmed Ambulatorium nennt die Initiative “Schikane und Alibi-Aktion”, die dem Zweck diene, den Zugang zum Schwangerschaftsabbruch zu erschweren. Petra Schweiger vom Salzburger Frauengesundheitszentrum ISIS kritisiert: “In Österreich ist hinreichend erforscht, wie die Häufigkeit der Schwangerschaftsabbrüche zu verringern wäre. Warum werden diese Fakten ignoriert?”
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Datenmaterial gibt es bereits
Für die beiden ExpertInnen ist es nicht nachvollziehbar, warum weitere Daten eingeholt werden sollen, wenn bereits zuverlässiges Datenmaterial zur Verfügung steht. So zeigen zuverlässige Schätzungen, dass es in Österreich wesentlich mehr Schwangerschaftsabbrüche gibt als in den meisten anderen Ländern Westeuropas. Auch die Motive würden regelmäßig erhoben, im April soll eine weitere Studie dazu veröffentlicht werden. “Statt noch mehr Zahlen und Studien wären zielgruppenspezifische Kampagnen wichtig, welche die Anwendung wirksamer Verhütungsmethoden wie Pille, Implantat oder Spirale fördern, sowie ein kostengünstiger Zugang zu diesen wirksamen Methoden”, so Petra Schweiger.
Sinnvolle Präventionsmaßnahmen wie Verhütungsmittel auf Krankenschein konnten auf Grund politischer Widerstände bisher nicht umgesetzt werden.
Österreichischer Verhütungsreport 2012
Laut der Erhebung aus dem Jahre 2012 verhüten SalzburgerInnen und WienerInnen deutlich besser als Frauen in den restlichen Bundesländern. Laut ExpertInnen ist dies darauf zurückzuführen, dass in diesen Bundesländern zahlreiche Verhütungskampagnen - insbesondere der Frauengesundheitszentren - umgesetzt wurden (zB Medien-Kampagnen, Broschüren, kostenlose Verhütungsmittel für Mädchen und Frauen in der Mindestsicherung, Verhütungsberatung, etc.).
Die meisten Frauen und Männer wünschen sich Kinder, wollen aber die Anzahl und den Zeitpunkt selbst entscheiden.
Weiterführende Links:
Österreichischer Verhütungsreport 2012: www.verhuetungsreport.at
Forderungen der “Aktion Leben”: fakten-helfen.at
40 Jahre Fristenlösung / gynmed.at